Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert. Das Forum ist ein Projekt von Text der Stadt.

Donnerstag, 10. Juni 2021

Das romantische Berlin. Literarische Schauplätze

Eine junge Generation stellte um 1800 in Berlin alle überkommenen Traditionen infrage. „Die Welt muss romantisiert werden“, lautete die Parole der radikalen Avantgarde. Die junge Großstadt wurde zum Experimentallabor für eine neue Poesie und eine Vermischung von Kunst und Leben, für entfesselte Sexualität und die Befreiung aus einer zu engen Vernunft. Männer- und Frauenrollen kamen auf den Prüfstand und wurden neu ausbalanciert. 

Im sechsten Band der Buchreihe Literarische Schauplätze wandert ein Stadtführer mit Siebenmeilenstiefeln durch das heutige Berlin. Er sucht nach sichtbaren Spuren der Romantik und fragt: Was hat es mit dem Kleisthaus und der Eichendorffgasse, mit dem Dorothea-Schlegel-Platz oder dem Humboldt Forum auf sich? Wo waren die Treffpunkte romantischer Netzwerke? Welche Orte inspirierten vor 200 Jahren zu verträumten oder frechen Texten über Berlin? Auf dem romantisierenden Streifzug kommen viele Stimmen zu Wort: Bettine von Arnim und Rahel Varnhagen, Goethe und Schiller, Heine und Tieck, Kleist und Eichendorff, auch Durchreisende wie Napoleon, Stendhal und Germaine de Staël - und selbstverständlich Adelbert von Chamisso!

Das neue Buch von Michael Bienert erscheint im Oktober 2021 zusammen mit der 2. Auflage von E. T. A. Hoffmanns Berlin in gleicher Ausstattung.

Michael Bienert: Das romantische Berlin. Literarische Schauplätze, ca. 200 Seiten, ca. 200 Abbildungen Hardcover mit Schutzumschlag,  Format: 21,0 x 22,5 cm,  ISBN 978-3-96982-024-7, € 25,00

Sonntag, 2. Mai 2021

Dermaleinst, anderswo und überhaupt

Die gesammelten Werke des in der Chamisso-Community bestens bekannten Klaus Hübner liegen nun ziemlich vollständig vor, der vierte Band ist soeben erschienen, siehe dazu: https://www.weltbild.at/artikel/buch/dermaleinst-anderswo-und-ueberhaupt_34791797-1

"Wer weder Twitter noch Facebook noch andere angeblich soziale Medien nutzt, wird schon seine Gründe haben. Ein im moralischen Sinne besserer Mensch ist er deswegen noch lange nicht. Ein ignoranter Technik- und Modernitätsverweigerer auch nicht. Was aber dann Man muss ihn sich nicht zwingend als einen Menschen vorstellen, der eher von Künstlern, Büchern, Bildern, Städten und Landschaften angeregt wird als von noch schnelleren Rechnern und noch spezielleren Apps. Aber man darf. Auch als einen, der weiß, dass es nicht wenige Zeitgenossen gibt, denen es ähnlich geht. Für solche Menschen ist dieses Buch gedacht. Der vierte Band geht drei Jahrhunderte zurück und zugleich hinaus in die Welt von heute. Man begegnet einem gelehrten Alpendichter, einem botanisierenden Forscherpoeten, einem etwas schrillen Fräulein und einem Nordlicht aus Gran Canaria. Man lernt böhmische Dörfer kennen, ein unheimliches Slowenien, Rumänien abseits der Klischees und die Donau als Textfluss. Dazu Überraschendes aus Taiwan und einen australischen Aborigine aus Frankreich. Auch Judasohren, Saftlinge und Krause Glucken. Und einiges mehr." 

Zu den zuvor erschienenen drei Bänden siehe folgenden Post: http://chamisso-forum.blogspot.com/2020/05/hippies-prinzen-kaiserschmarrn-roschti.html

Freitag, 24. Juli 2020

Krisenstimmung im Chamisso-Museum

"Mitten im Oderbruch steht seit einem Jahr ein Museum zu Ehren des Naturforschers, Weltumseglers und Dichters Adelbert von Chamisso. Das Museum wurde ohne öffentliche Initiative, mit Geld aus einer Crowdfunding-Aktion aufgebaut. Nun ist, auch aufgrund der vielen Arbeit, die mit solch einer Initiative einhergeht, die Zukunft ungewiss..." Sehen Sie hier den Bericht des rbb-Magazins Brandenburg aktuell.

Sonntag, 21. Juni 2020

Chamissos Wünschelruthe

„Schläft ein Lied in allen Dingen, / Die da träumen fort und fort, / Und die Welt hebt an zu singen, / Triffst du nur das Zauberwort.“ Über diese Verse hat der Herausgeber Adelbert von Chamisso das Wort „Wünschelruthe“ gesetzt, das vom Autor Eichendorff gar nicht vorgesehen war. Mehr dazu in der F. A. Z.

Dienstag, 16. Juni 2020

Neustart für Chamisso-Poetikdozentur mit Artur Becker

Nach acht Jahren Pause vergibt die Sächsische Akademie der Künste wieder Chamisso-Poetikdozenturen. Den Auftakt macht nach Angaben der Akademie 
in Dresden der seit 1985 in Deutschland lebende polnische Schriftsteller Artur Becker ("Drang nach Osten") mit drei Vorlesungen im Herbst. Das Projekt, das mit anderen Partnern begründet worden und bereits 2005 bis 2011 gelaufen war, wird nun in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Verein Bildung und Gesellschaft weitergeführt. (Quelle: dpa)

Montag, 18. Mai 2020

Hippies, Prinzen, Kaiserschmarrn, Röschti und mehr ... Klaus Hübners gesammelte Werke

Klaus Hübner war und ist Chamisso auf besondere Weise verbunden: Von 2003 bis 2017 betreute er den Adelbert-von-Chamisso-Preis bei der Robert-Bosch-Stiftung, danach arbeitete er für das Internationalen Forschungszentrum Chamisso (IFC) am Institut für Deutsch als Fremdsprache der Universität München. Der stilsicherer Germanist, fleißige Literaturkritiker und neugierige Publizist lässt seine Aufsätze aus den vergangenen zwanzig Jahren nun in einer Buchreihe erscheinen. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Montag, 11. Mai 2020

Neuigkeiten: Ein Museumsführer und ein Rückblick auf Thomas Mann

Im Findling-Verlag ist ein Museumsführer zum Chamisso-Museum erschienen, die genauen Angaben des Verlags zum Buch sind hier zu finden: http://www.findling-verlag.de/neuigkeiten-16/neuerscheinung-fuehrer-durch-das-chamisso-museum-kunersdorf.html.

Und in der Märkischen Oderzeitung beschäftigt sich ein Kulturartikel mit Thomas Mann, der mit Blick Chamisso geschrieben hat: "Man kann nicht immer interessant bleiben. Man geht an seiner Interessantheit zugrunde oder man wird ein Meister." Hier nachlesen: https://www.moz.de/kultur/artikelansicht/dg/0/1/1800785/

Montag, 16. März 2020

Kulturarbeiter im Ausnahmezustand

Quelle: openpetition.de
Zuerst die gute Nachricht in dieser Zeit der Hiobsbotschaften: In unserem Familienbetrieb sind alle gesund, an drei häuslichen Arbeitsplätzen wird weiter an langfristigen Projekten gebastelt: an einer neuen literarischen Stadtführung, einem neuen Buch und Aufträgen unter anderem vom Humboldt-Forum, das ja irgendwann mal tatsächlich eröffnen wird - und dann gibt es auch noch die anstehende Steuererklärung und tausend Dinge, die irgendwie liegengeblieben sind.

Was uns die Corona-Pandemie und die Maßnahmen dagegen kosten, können wir noch lange nicht beziffern. Als Freiberufler tragen wir das volle unternehmerische Risiko, wenn Stadtführungen, Lesungen, Recherche- und Schreibaufträge nicht zustande kommen. Viele KollegInnen, die von der Hand in den Mund leben, sind noch härter betroffen und einige Clubs in Berlin haben bereits Insolvenz angemeldet. Sie können die Bitte um Gehör und Hilfen für Kreative mit einer Onlinepetition unterstützen:

https://www.openpetition.de/petition/online/hilfen-fuer-freiberufler-und-kuenstler-waehrend-des-corona-shutdowns-2

Wenn Sie uns direkt unterstützen wollen: Bestellen Sie unsere Bücher, mit denen man auch in Quarantäne spannende Reisen durch Berlin unternehmen kann: http://www.text-der-stadt.de/books.html

Ansonsten: Helfen Sie bitte mit, die Ausbreitung des neuen Corona-Virus zu bremsen, damit den Erkrankten geholfen werden kann. Gehen Sie sorgsam mit sich und Ihren Mitmenschen um und unterstützen Sie die, denen geholfen werden muss!

Freitag, 10. Januar 2020

Chamisso-Poetikdozentur wird wiederbelebt

Die Sächsische Akademie der Künste plant für 2020 die Wiederbelebung einer 2011 abgerissenen Tradition, melden die Dresdner neuen Nachrichten: https://www.pressreader.com/germany/dresdner-neueste-nachrichten/20200109/281874415341918

Sonntag, 17. November 2019

Grenzgängergeschichten zwischen Deutschland und Ungarn

Liebe Mitglieder der Chamisso-Gesellschaft, wir freuen uns sehr, dass soeben in unserer Reihe der Chamisso-Studien der dritte Band erschienen ist:

Eszter Pabis
Migration erzählen
Studien zur „Chamisso-Literatur“ deutsch-ungarischer Autorinnen der Gegenwart
Chamisso-Studien, Bd.3 2020, 257 Seiten, gebunden
ISBN 987-3-8471-1064-4

Das Buch ist seit wenigen Tagen für 40 € im Buchhandel erhältlich, z.B. im Webshop von Vandenhoeck & Ruprecht (www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com). Die vorgelegten kultur- und erzähltheoretischen Analysen – u.a. zu den Werken der Chamisso-Preisträgerinnen Terézia Mora, Zsuzsa Bánk, Ilma Rakusa und Zsuzsanna Gahse – machen Korrelationen zwischen migrationsbedingten Erfahrungen und ästhetischen Praktiken sichtbar. Sie gewähren nicht nur einen Einblick in die Verflechtung privater und kollektiver Zugehörigkeiten, sondern auch in Veränderungen der Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft. Die Beiträge verbinden die Debatte um den postmigrantischen Diskurs mit dem Phänomen der »Osterweiterung« der deutschsprachigen Literatur und sollen dazu dienen, durch die neue Verhältnisbestimmung von Migration, Erinnerung und Literatur die wegweisende Relevanz der Ästhetik für eine kritische Erforschung postmigrantischer Gesellschaften aufzuzeigen.

Dr. habil. Eszter Pabis studierte Germanistik und Anglistik in Debrecen, Ungarn, und arbeitete anschließend als Oberassistentin und Lehr- stuhlleiterin an der Universität Debrecen. Von 2017 bis 2019 war sie Humboldt-Fellow an der Universität Bielefeld.

(Mitteilung von Dr. Jutta Weber)

Dienstag, 22. Oktober 2019

Erstes Chamisso-Stipendium vergeben

Der syrische Dichter Hussein Bin Hamza erhält ein neugeschaffenes Stipendium, das den Namen Chamissos trägt, berichtet die Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-chamisso-stipendium-fuer-hussein-bin-hamza-1.4647828

Schirmherr des mit 10.000 Euro dotierten Publikationsstipendiums ist die Friedrich-Baur-Stiftung. Ziel ist die Veröffentlichung eines Werkes von einem Autor nichtdeutscher Sprache in deutscher Übersetzung. Das unterscheidet diesen Preis vom früheren Chamisso-Preis, der deutsch schreibende Autoren nichtdeutscher Herkunft förderte.

Der Dichter, Kritiker und Journalist Hussein Bin Hamza wurde 1963 im syrischen Al-Hasaka geboren. 1995 zog er nach Beirut und arbeitete für verschiedene Zeitungen wie »An-Nahar«, »As-Safir« und »Al-Akhbar« als Redakteur und Kritiker. Er leitete den Verlag des Instituts für irakische Studien, wo er die Veröffentlichung von etwa fünfzig Büchern über Politik und Soziologie betreute, gründete 2014 die wöchentlich erscheinende Literaturbeilage »Kalimat« und war dort bis 2016 Redaktionsleiter.
Sein erster Gedichtband »Ein Mann, der in Sonntagskleidung schläft« erschien in der ersten Auflage 1997 und in einer zweiten 2018. Sein zweiter Gedichtband trägt den Titel »Minderjährige Gedichte« (2019). Seine lyrischen Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Französisch, Englisch und Deutsch, und erschienen in mehreren Anthologien auf Arabisch, Französisch und Deutsch. Außerdem verfasste er eine Vielzahl von kritischen Artikeln über Lyrik, Prosa, Theater und Kunst sowie Porträts von mehr als vierzig arabischen Schriftstellern. Nach seiner Flucht nach Deutschland begann er in Prosagedichten die schwierige Lage vieler Geflüchteter hierzulande zu verarbeiten und Fluchterfahrung als Konstante im Empfindungsspektrum eines Menschen zu beschreiben. Seine Gedichte erschienen auf verschiedenen europäischen Lyrik-Websites sowie in der Zeitschrift »Banipal«. (Quelle: https://www.literaturfestival.com/autoren/autoren-2019/hussein-bin-hamza)

Personalsorgen des Chamisso-Museums

Fördermittel für ein Kulturprojekt zu erhalten, ist oft leichter, als es dauerhaft zu sichern. Auch das Chamisso-Museum in Kunersdorf steht vor diesem Problem. Darüber berichtet die Märlische Oderzeitung: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1760229/

Sonntag, 2. Juni 2019

Exil und Kreativität

Eine Sendung des Deutschlandfunks über Chamisso und andere Autoren, die von der Trennung von ihrem Herkunftsland profitierten. Das Manuskript ist auch als PDF verfügbar:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/exil-und-kreativitaet-ueber-das-schreiben-in-der-fremde.974.de.html?dram:article_id=450287

Samstag, 25. Mai 2019

Der Chamisso-Preis bleibt politisch

Es sei wichtig, dass der Chamisso-Preis in Hellerau bei Dresden vergeben werde, weil das Thema Migration dort so polemisch und verkürzt behandelt werde. Eine solche Geste des Respekts und der Aufmerksamkeit über die engen Stadtgrenzen hinaus sei auch für die Stadt wichtig, sagt der Literaturwissenschaftler Walter Schmitz anlässlich der Verleihung des Chamisso-Preises an Maria Cecilia Barbetta. Den Beitrag auf SWR 3 hören Sie hier.

Montag, 15. April 2019

Mittwoch, 3. April 2019

María Cecilia Barbetta ist die erste Preisträgerin des neuen Chamisso-Preises

María Cecilia Barbetta bei einer Lesung, 2018
Foto: Wikipedia/Amrei-Marie
Zwei Jahre, nachdem die Robert-Bosch-Stiftung den renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preis sang- und klanglos beerdigt hat, gibt es eine neue Literaturauszeichnung, die nach Chamisso benannt ist: Der mit 15 000 Euro dotierte Chamisso-Preis/Hellerau wird von Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Dresden gestiftet. Erste Preisträgerin ist die Argentinierin María Cecilia Barbetta. Sie hatte 2009 bereits den (ebenfalls eingestellten) Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Bosch-Stiftung erhalten. Die Jury des neuen Preises lobte den Roman Nachtleuchten der in Berlin lebenden Schriftstellerin als außergewöhnlich anschaulich und einfallsreich; er war 2018 für den Deutschen  Buchpreis nominiert. Der Chamisso-Preis/Hellerau soll herausragende Beiträge zur Gegenwartsliteratur von Autoren würdigen, die aus einem persönlichen Sprach- oder Kulturwechsels heraus neue literarische Antworten auf den Wandel der globalisierten Welt geben.

Dienstag, 26. März 2019