Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert.
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Montag, 18. März 2019

Heine et Chamisso: deux exils en regard


Prof. Dr. René-Marc Pille und Prof. Dr. Marie-Thérèse Mouray diskutieren das Thema "Heine et Chamisso: deux exils en regard". Aufgezeichnet am 13. Februar 2019.

Freitag, 4. November 2016

Familie Chamisso auf der Flucht

Adelbert von Chamisso war das Kind einer Flüchtlingsfamilie. Anders als seine Eltern und Geschwister ist er nicht wieder in seinem Geburtsland Frankreich heimisch geworden, sondern nutzte seine Chance, sich in Deutschland aus der Familientradition zu befreien.

Adelberts Bruder Charles war Augenzeuge des
Sturms auf die Tuilerien in Paris, 1793
Von Michael Bienert - „Von Stadt zu Stadt irrend, ohne Bindungen, ohne Vaterland, fast ohne Hoffnung, die Stütze der Elenden, habe ich das Unglück kennengelernt“, heißt es in einem Schulaufsatz, den der junge Adelbert von Chamisso in Berlin verfasst: „Kaum war es mir vergönnt, den Erzeugern meiner Tage nützlich zu sein. An ihr Schicksal gebunden und ihren Schritten folgend, habe ich Brabant, Holland, das Reich durchmessen; überall bot sich ein Bild des Unglücks meinen Augen; überall fand ich Landsleute von allerhöchstem Rang ins Elend gestürzt.“ Auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg, den die Französischen Revolution auslöst, finden Chamissos Eltern und ihre sechs Kinder 1796 eine sichere Bleibe in Berlin. Am Französischen Gymnasium holt der spätere Dichter und Naturforscher in Einzelstunden ein wenig Schulbildung nach. Kurz nach seinem 17. Geburtstag wird er in eine Fähnrichsuniform gesteckt und zum Exerzieren geschickt. Kanonenfutter kann der preußische König immer brauchen, die Herkunft spielt keine Rolle.
Der Vater Louis Marie de Chamissot, Graf von Boncourt, hofft auf eine glänzende Offizierslaufbahn für seinen zweitjüngsten Sohn. Früher hat der Graf eine berittene Kompagnie von Schweizergardisten des französischen Königs kommandiert. Die Familie Chamissot ist dem Königshaus seit Jahrhunderten eng verbunden. So dienen Hippolyte und Charles, die beiden ältesten Söhne des Grafen, als Pagen am Hof von Versailles und bereiten sich auf eine Karriere am Hof und in der Armee vor, bis die Revolution in Frankreich alle Zukunftspläne zunichte macht. Weiterlesen

Freitag, 26. Februar 2016

Monsieur Pille

Ce n´est pas
Monsieur Pille,
c´est moi.
Von Peter Schlemihl - Mein Freund Chamisso hat nicht damit gerechnet, dass seine Papiere und Briefe irgendwann von der ganzen Welt würden gelesen werden können. Nun steht fast alles, was er hinterlassen hat, im Netz. Und worüber wird diskutiert? Ob es sich bei seinem zwei Jahrzehnte nach seiner Weltreise auf Basis älterer Notizen und Briefe verfassten literarischen Reisebericht um ein "Hybrid" handelt oder doch eher um eine Derridasche "Pfropfung". Da lacht der Botaniker! Ich traute meinen Ohren nicht, als ich mich heute unerkannt unter die Hörer des Chamissokongresses in der Berliner Staatsbibliothek mischte. Weitab derartiger "Forschungsdiskussionen" (= Kämpfe um begriffliche Hegemonie) bewegte sich der Beitrag meines lieben Monsieur Pille aus Paris. Er kennt den Chamisso-Nachlass seit Jahrzehnten und durchdringt den Wust der Überlieferung mit dem Auge eines wahrhaft gebildeten Menschen. "Das Offenbaren des Eigenen durch den fremden Blick" lautete der Titel seines Vortrags, und was das heißt, illustrierte Pille an einer Episode von Chamissos Weltreise: Eingeborene von Pazifikinseln besichtigen neugierig das russische Forschungsschiff "Rurik" und turnen fröhlich in der Takelage herum, trauen sich aber kaum in den dunklen, engen und düstern Schiffsbauch hinein. In diesem Zusammenhang beschreibt Chamisso geschlossene Räume als "Mördergrube"- für Pille ein Beleg für die Abneigung Chamissos gegen die Enge des Biedermeiers. Chamissos berühmtes Gedicht über das väterliche Schloss Boncourt liest der Pariser Literaturwissenschaftler nicht als Dokument des Verlusts, sondern lenkt den Blick auf die Befreiung, die für den Dichter in der Zerstörung des Familienschlosses gelegen habe. Pille streift zumindest den politischen Autor Chamisso, und er muss den Begriff "Flüchtlingskrise" gar nicht in den Mund nehmen, um die Anschlussfähigkeit von Chamissos Werk an die drängendsten Probleme der Gegenwart zu beweisen. Dem Liebhaber der deutschen Romantik genügt ein Seitenverweis auf Hölderlins Gedicht "Brot und Wein": "So komm, dass wir das Offene schauen, / Dass ein Eigenes wir suchen, so weit es auch ist."

Mittwoch, 12. Oktober 2011

"Es lässt sich in Paris sehr deutsch leben..."

Das ist der Titel des langen Artikels über Chamisso in Paris und die Chamisso-Konferenz im vergangenen Juni, der pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im aktuellen Chamisso-Magazin der Robert-Bosch-Stiftung nun gedruckt vorliegt. Unter diesem Link können Sie das gesamte Magazin herunterladen, außer dem Konferenzbericht enthält es wieder zahlreiche lesenswerte Beiträge von und über Chamisso-Preisträger.

Montag, 22. August 2011

Von Chamisso zu Bougainville

Gefunden! Nach dem Ende der internationalen Chamisso-Konferenz im Juni in Paris strebte der Berliner Biologe Matthias Glaubrecht ins Pantheon, um dem Grab des französischen Entdeckers Louis Antoine de Bougainville einen Besuch abzustatten (Foto). Bougainville segelte 1766-1769 als erster Franzose um die Welt und entdeckte Tahiti noch vor dem britischen Kapitän Cook. Sicher kannte Chamisso die Reisebeschreibung Bougainvilles, die in den Pariser Salons und unter den Philosophen der Aufklärung für Gesprächsstoff sorgten: Sie begründeten den Mythos von der Südsee als Paradies, in dem die Menschen noch in glücklicher Unschuld lebten und liebten. Bougainville starb am 31. August 1811, also vor 200 Jahren, aus diesem Anlass hat Matthias Glaubrecht im TAGESSPIEGEL jetzt ein schönes Porträt des Weltentdeckers veröffentlicht, dem Chamisso wenige Jahre später nachgereist ist. Zu lesen hier.

Mittwoch, 15. Juni 2011

Les Schlegel

"Seine abgeglätteten Formen haben mich, wie immer bei mir der Fall, zur ausgelassensten Freiheit begeistert, und wir haben manches zusammen abgehandelt. Ich blieb einmal fast die ganze Nacht bei ihm eingesperrt", schreibt Chamisso am 18. Juni 1810 aus Paris über seine Begegnung mit dem Gelehrten und Übersetzer August Wilhelm Schlegel. "Er meinte, er würde wohl fortan noch deutsch dichten, aber in Prosa solle man doch trachten allgemein verständlich zu sein, und warum soll man da nicht die französische Sprache gebrauchen. Er ist Meister des Stils in dieser canaillösen Sprache." Trotzdem beauftragte Schlegel Chamisso mit der Übersetzung seiner Vorlesungen über dramatische Literatur ins Französische. "So viel von Wilhelm, der übrigens dick und fett ist, und hier nirgends als bei Véry (restaurateur de Tuileries) speisen wollte, weil man sonst nirgends fressen könnte." Im Paris würdigt eine Inschrift an der in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbauten Bibliothèque Sainte-Geneviève, gegenüber vom Panthéon, die beiden Kulturvermittler Friedrich und August Wilhelm als "Les Schlegel" (Foto).

Dienstag, 14. Juni 2011

Der Kongress singt

Nein, wir veröffentlichen hier keine umfangreiche Fotodokumentation und Auflistung aller Vorträge, die beim dreitägigen Chamisso-Kongress im Juni 2011 in Paris gehalten wurden, so ein Erinnerungsalbum wäre zwar schön für alle Dabeigewesenen, aber langweilig für alle nicht beteiligten Forum-Leser. Die bessere Lösung: Wir stellen einige Chamisso-Forscher und ihre Projekte in den kommenden Monaten in eigenen Posts vor (und wer dabei mitarbeiten möchte, melde sich bitte beim Webmaster). Das Foto oben zeigt die kanadischen Musikwissenschaftler Harald und Sharon Krebs am vergangenen Freitag in Aktion, im Rahmen eines Vortrags über die Vertonungsgeschichte des Gedichtzyklus "Thränen" führten sie einige Chamisso-Lieder gemeinsam auf. Zusammen mit Rufus Hallmark sang Sharon Krebs außerdem Schumanns Vertonung des Gedichts Die Löwenbraut, was auch die Naturwissenschaftler unter den Chamisso-Forschern begeisterte...

Donnerstag, 9. Juni 2011

Der Kongress tagt

Matthias Glaubrecht vom Naturkundemuseum in Berlin erklärt den Generationswechsel der Salpen, für dessen Beschreibung Chamisso mit der Ehrendoktorwürde der Berliner Universität ausgezeichnet wurde, und ordnet diese Leistung in die Wissenschaftsgeschichte ein.