Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert.
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Montag, 10. November 2025

Chamissos Spuren - Ulrike Ottinger und Dana von Suffrin im Gespräch mit Selma Jahnke

»Ich bin nirgends am Platze, ich bin überall fremd« – der als Kind zur Flucht gezwungene Schriftsteller Adelbert von Chamisso (1781-1838) fasst Erfahrungen von Fremdsein in seine Literatur, die uns heute noch direkt ansprechen. Was uns ebenso unmittelbar erreicht, ist sein späterer freiwilliger Aufbruch zu einer großen Reise in die Weite und Fremde, seine Neugier, seine Vorsicht, sein Bestreben, aufzuzeichnen und festzuhalten. Die Autorin Dana von Suffrin, Trägerin des Chamissopreises 2025, und die Filmemacherin Ulrike Ottinger (»Chamissos Schatten«) sprechen, moderiert von der Literaturwissenschaftlerin Selma Jahnke, über Fragen zu Herkunft und Fremdsein, Reisen und Bleiben, der unabschließbaren Suche nach Vergangenheit und Zukunft, Geborgenheit und Weite. Auf ganz unterschiedliche Art lassen sich von den Werken der Künstlerinnen Verbindungslinien zum Dichter und Forscher Chamisso ziehen – eine Expedition in Bild und Text. 

Eine Veranstaltung von Literaturhaus Berlin und Literatur-Salon Potsdamer Straße

Termin: Freitag, 28.11.2025, 19:00 Uhr 
Ort: Rathaus Schöneberg, Marlene-Dietrich-Saal, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin 
Eintritt: 9 € / erm. 6 € / Berlin-Ticket S 3 € / Tickets

Die Reihe »Auf Chamissos Spuren« wird gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg.

Chamisso-Projekt / Literatur-Salon Potsdamer Straße 
Sibylle Nägele und Joy Markert 
01522 7181579 
chamisso-projekt@email.de

Abbildungen: Ulrike Ottinger © Anne Selders
Dana von Suffrin © Kyrill Constantinides
Selma Jahnke © Selma Jahnke

Montag, 25. August 2025

Chamissos letzte Adressen - Literarische Führung am 6. 9. 2025, 15 Uhr

Mit Michael Bienert, Sibylle Nägele und Joy Markert 

Der Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso lebte zuletzt in der Kreuzberger Linden- und Friedrichstraße, unweit des noch erhaltenen Collegienhauses, in dem sein Freund E. T. A. Hoffmann als Richter gearbeitet hatte. Ihre letzten Wege führten durch das Hallesche Tor auf die damals noch vor der Stadt gelegenen Friedhöfe, wo auch Zeitgenossinnen wie Henriette Herz und andere Weggefährten ihre letzte Ruhe fanden. Das Grab des Sohnes Hermann Freimund von Chamisso ist ebenfalls erhalten. So erzählt der Friedhof bis heute viel über Chamissos Zeit, seine Freundschafts- und Familienbeziehungen.

Teilnahme kostenlos, Treffpunkt erfahren Sie bei Anmeldung

Chamisso-Projekt
des Literatur-Salons Potsdamer Straße
in Kooperation mit dem Ev. Friedhofverband Berlin Stadtmitte

01522 7181579

chamisso-projekt@email.de

Das Projekt wird gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg

Donnerstag, 3. Juli 2025

Chamisso-Spaziergang in Berlin-Mitte am 25. Juli 2025 mit Michael Bienert

Freitag, 25. Juli 2025
17 Uhr

"Erworben hab' ich mir der Freunde viele…"
Literarischer Spaziergang mit Adelbert von Chamisso in Berlin-Mitte

Treffpunkt: wird bei Anmeldung mitgeteilt

Erworben hab ich mir der Freunde viele", lautet eine Zeile in Adelbert von Chamissos Gedicht „Berlin“. Als Student hat er an der Einrichtung des ersten Naturkundemuseums mitgearbeitet, später der Universität wichtige Sammlungsstücke von seiner Weltreise geschenkt. Mit E. T. A. Hoffmann hat er an literarischen Projekten gearbeitet und wurde von Alexander von Humboldt gefördert. Heute pflegt die Staatsbibliothek den umfangreichen literarischen Nachlass des Dichters und Naturforschers, der im Rahmen eines großen Digitalisierungsprojekts für Forscher in aller Welt zugänglich gemacht wurde. In Berlin-Mitte liegen die Knotenpunkte des Chamisso-Netzwerks besonders nah beieinander. Geleitet wird die Spurensuche von Michael Bienert, der seit vielen Jahren zu Chamisso publiziert und Stadtspaziergänge ins Berlin des frühen 19. Jahrhunderts anbietet. In seinem Buch „Das romantische Berlin“ (vbb, 2022) übernimmt ein Nachfahre Peter Schlemihls, der berühmtesten Figur aus Chamissos Werk, die Rolle des Erzählers und eines mit Siebenmeilenstiefeln ausgerüsteten Stadtführers. Für den Abendspaziergang reicht normales Schuhwerk aus!

Teilnahme kostenlos, wir bitten um Anmeldung beim Veranstalter: Literatur-Salon Potsdamer Straße, Nägele/Markert, chamisso-projekt@email.de, mobil: 01522 7181579

Das Projekt wird gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg.

 

Dienstag, 10. Juni 2025

Chamisso-Sommer: Veranstaltungen des Literatur-Salons Potsdamer Straße

Der Rabe als Weltenschöpfer, 2014
 © Ulrike Ottinger

»Auf Chamissos Spuren« 
Projekt mit Lesungen, Filmen und Führungen
 
Selten hat eine Geschichte so viel bewegt. »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« von 1813, vom Mann ohne Schatten, vom Glückssäckel, der Tarnkappe und von den Siebenmeilenstiefeln nimmt die Lebensgeschichte des Autors Adelbert von Chamisso vorweg.
Der Migrant aus Frankreich wurde Naturforscher, Weltreisender und Dichter. Mit einer russischen Expedition auf der Suche nach der Nordwest-Passage, segelte er ab 1815 drei Jahre um die Welt, botanisierte, sammelte und schrieb.
Nach seiner Rückkehr arbeitete er im Königlichen Botanischen Garten, heute Heinrich-von-Kleist-Park in Schöneberg. Chamisso lebte von 1781 bis 1838. Sein Leben war romantisch und modern.
 
Programm:
 
Sa., 21.06., 19 Uhr: Roland Kretschmer, freier Rezitator, liest aus »Peter Schlemihls wundersame Geschichte« von Adelbert von Chamisso
Eintritt frei

Ab So., 22.06., 18 Uhr: »Chamissos Schatten. Eine Filmreise zur Beringsee in drei Kapiteln«, aufgeteilt auf vier Abende. Ulrike Ottinger, avantgardistische Filmemacherin, Malerin und Fotografin, folgte 2014 den nördlichen Expeditionsrouten Chamissos auf seiner Reise um die Welt:
 
So., 22.06., 18 Uhr, Kapitel 1, Alaska und die aleutischen Inseln, 193 Min.
Fr., 04.07., 18 Uhr, Kapitel 2, Teil 1: Tschukotka, 192 Min.
Sa., 05.07., 18 Uhr, Kapitel 2,Teil 2: Tschukotka und die Wrangelinsel, 156 Min.
So., 06.07., 18 Uhr, Kapitel 3: Kamtschatka und die Beringinsel, 177 Min.
 
"Zeit meint hier nicht die Länge des Films, sondern die Gleichzeitigkeit der Jahrhunderte, die Zeit, die man im Kino dazugewinnt." Berlinale-Programm 2016
 
Ort: Marlene-Dietrich-Kinosaal, Rathaus Schöneberg, John-F.-Kennedy-Platz, 10825 Berlin,  Eintritt frei
 
Im Sommer besuchen wir Chamissos Orte in Berlin, u.a. mit Autor und Stadtführer Michael Bienert. Im Herbst gibt es weitere Lesungen und Gespräche. 
 
Veranstalter: Literatur-Salon Potsdamer Straße
Infos: Sibylle Nägele und Joy Markert, chamisso-projekt@email.de, mobil: 01522 7181579
Das Projekt wird gefördert durch die Dezentrale Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg
 

Freitag, 28. April 2023

Eine neue Chamisso-Biografie von Matthias Glaubrecht - Buchvorstellung in der Staatsbibliothek am 22. Mai 2023


Adelbert von Chamisso war ein Weltbürger mit scharfem Blick auf den frühen europäischen Expansionismus und die Gefährdung der Natur. Früh verlor Chamisso seine Heimat, kam als Flüchtling in den Wirren der Französischen Revolution nach Deutschland – und blieb Zeit seines Lebens rastlos. Zu einer Zeit, in der selbst die Fahrt zur nächsten Stadt noch ein Aben­teuer war, zog es ihn in die Welt. Nicht einmal sein Erfolg mit der Geschichte des heimat- und schattenlosen Peter Schlemihl, verfasst auf Deutsch und nicht in seiner Muttersprache Franzö­sisch, änderte daran etwas. Als Naturkundler an Bord einer der letzten großen Forschungsexpeditionen segelte er um die Welt, drang im hohen Norden und in der Südsee in Regionen vor, in denen noch kaum ein Europäer gewesen war. Hier fand er bis dahin unbekannte Tier- und Pflanzenarten, ließ von Aleuten Walmodelle aus Holz anfertigen und schrieb eine hawaiische Grammatik. Seinem Schlemihl nicht unähnlich verfasste er glänzende, poetische Berichte über seine dreijährige Weltreise. Und mehr noch: Als einer der ersten bewies Chamisso ein scharfes Auge auf die verheerenden Auswirkungen, die der Kontakt europäischer Entdecker zu indigenen Völkern nach sich zog, und er registrierte die Folgen des menschlichen Raubbaus an der Natur. Doch seine Warnungen blieben ungehört. In seiner Biographie zeigt Matthias Glaubrecht erstmals wie bei dieser Ausnahmegestalt zugleich Literatur und naturkundliche Erkenntnis entstanden, was Chamisso selbst aus seiner Weltreise machte und was die Nachwelt aus ihm. Aus den Ergebnissen seiner Recherche in Naturkundemuseen und Archiven sowie im gerade frisch erschlossenen Nachlass Chamissos setzt Glaubrecht die die packende Lebensgeschichte eines Heimatlosen zwischen Krieg, Kunst, Wissenschaft und Weltumseglung zusammen, der mit wachem Blick schon zu seiner Zeit erkannte, worüber wir heute heftig diskutieren. 

Matthias Glaubrecht, Jahrgang 1962, ist Evolutionsbiologe, Biosystematiker und Wissenschafts­historiker und arbeitet als Professor für Biodiversität der Tiere an der Universität Hamburg. Glaubrecht schrieb mehrere Bücher, darunter eine Biographie Charles Darwins. 2012 gab er Chamissos Reise um die Welt heraus, der er erstmals alle 150 Illustrationen des Zeichners Ludwig Choris zur Seite stellte. Zuletzt erschienen von ihm der Spiegel-Bestseller Das Ende der Evolution – Der Mensch und die Vernichtung der Arten und Die Rache des Pangolin. Wild gewordene Pandemien und der Schutz der Artenvielfalt.

Buchvorstellung: Montag, 22. Mai 2023, 18-19.30 Uhr, Staatsbibliothek zu Berlin, Wilhelm-von-Humboldt-Saal, Unter den Linden 8, 10117 Berlin. Zur Anmeldung

Mehr über das Buch auf der Website des Verlags

Donnerstag, 16. März 2023

Chamisso-Matinee im Kurt Mühlenhaupt Museum am 2. April 2023

Kurt Mühlenhaupt: Chamissoplatz

Am Chamissoplatz in Kreuzberg hatte Kurt Mühlenhaupt sein Künstleratelier. Auf den Friedhöfen am Halleschen Tor liegen Chamisso und er nur unweit voneinander entfernt. Auch wenn beide ein ganzes Jahrhundert trennt, so sind sie doch vereint. Durch und durch Berliner Köpfe, haben sie sich ins Gedächtnis der Stadt eingeschrieben. Adelbert von Chamisso war ein französischer Berliner, ein Bürger adeliger Herkunft, Offizier und Literat, Übersetzer und Forschungsreisender, Wissenschaftler und Menschenfreund. Peter Schlemihls wundersame Geschichte machte ihn berühmt, nicht minderberühmt waren seine Freunde, wie z. B. Rahel Varnhagen oder E.T.A. Hoffmann. Nach beiden sind heute ebenfalls Straßen in Kreuzberg benannt – unweit der Friedrichstraße, wo damals im 19. Jahrhundert auch Chamisso gelebt hat. 

Über Chamissos Berlin und den Berliner Chamisso wollen wir mit Michael Bienert ins Gespräch kommen. Seit Jahrzehnten befasst er sich mit Berliner Geschichte, hat Bücher über unsere Stadt veröffentlicht und gibt auf geführten Spaziergängen Einblick in die Topografie des historisch-literarischen Berlins. Als Chamisso-Experte weiß er, wie der Nachlass des Dichters in die Berliner Staatsbibliothek kam, wie man heute über den Literaten und sein Werk in Alaska denkt, warum Heidelbeeren und eine Schmetterlingsart nach ihm benannt sind oder wie der Schlemihl ins Arabische übersetzt wurde. In Bienerts Buch Das romantische Berlin tritt ein Nachfahre Schlemihls als Cicerone auf, der durch die heutige Stadt führt. In einer Lesung und im Gespräch nimmt uns der Autor mit auf eine Reise ins Werk und in die Denkwelt Adelbert von Chamissos. 

Termin: Sonntag | 02. April 2023 | 11:00 Uhr im Kurt Mühlenhaupt Museum, Fidicinstraße 40
10965 Berlin, Kreuzberg

Eintritt: 8 €. Es gibt Sekt, Bier und Kaffee auch Schmalzstullen und Gurken. Sie können gern Plätze reservieren: karten@muehlenhaupt.de oder telefonisch unter 030 61627505. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Freunde des Kurt Mühlenhaupt Museums e.V. statt.

Samstag, 25. Juni 2022

200. Todestag von E. T. A. Hoffmann - Podcast - Termine für neue Spaziergänge

Zum 200. Todestag von E. T. A. Hoffmann ist auf rbb24 Inforadio ein schöner Beitrag gesendet worden, aus diesem Anlass hat der Webmaster des Chamisso-Forums die Termine für Hoffmann-Spaziergänge im Rahmenprogramm der kommenden Ausstellung der Staatsbibliothek veröffentlicht: https://www.inforadio.de/rubriken/wissen/geschichte/2022/06/e-t-a-hoffmann-schriftsteller-romantik-200-todestag-veranstaltung.html . Sie sind auch hier zu finden: http://www.text-der-stadt.de/e_t_a_hoffmanns_berlin.html

Sonntag, 29. Mai 2022

Chamissos Garten - Einladung zur Kleistpark-Führung

Mittwoch, 22.06.2022, 17 Uhr, Chamissos Garten – Poetische Führung im Heinrich-von-Kleist-Park 

Der Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso wurde 1819 am Königlichen Botanischen Garten angestellt, als Kustos am Königlichen Herbarium. Er arbeitete hier als Wissenschaftler bis 1838. Und er schrieb, auch Gedichte. Wir flanieren durch den ehemaligen Botanischen Garten Berlins, heute Heinrich-von-Kleist-Park. Über diesen Ort wurde viel geschrieben und veröffentlicht, auch Poetisches. Rundgang mit Sibylle Nägele und Joy Markert. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung bitte bei den Museen Tempelhof-Schöneberg vorzugsweise per E-Mail:
Museum@ba-ts.berlin.de 

Tel. 030 – 90277 6163 (Mo-Do 9-16 Uhr, Fr 9-14 Uhr) 

www.museen-tempelhof-schoeneberg.de

Freitag, 25. März 2022

Nellja Veremej: Fragen an die innere Russin

"Solche wie ich, die nicht in ihrer Muttersprache schreiben, werden oft als Chamisso-Autoren bezeichnet – nach dem Mann, der ein gebürtiger Franzose war und ein deutscher Dichter. Seinerzeit, während der napoleonischen Kriege, war er mit falschem Pass und falschem Akzent am falschen Ort, der aber sein Zuhause war und Berlin hieß. In dieser Zeit entstand ein deutsches Nationalbewusstsein und ein Motor dieser Euphorie war der Kampf gegen Frankreich. Die deutsch-russische Freundschaft wurde gefeiert, alles Französische war verhasst, so dass Chamisso 1813 in Kunersdorf, einem Gutshof in Brandenburg, Zuflucht suchte und fand, um nicht in Berlin Feindseligkeiten als Franzose ausgesetzt zu sein. 

Seinen berühmtesten Text hat Chamisso während des Krieges geschrieben: Sein Schlemihl ist ja in gewissem Sinne eine Frucht des Krieges. Im Schloss seiner Gastgeber, der Familie von Itzenplitz, saß Chamisso im Bibliothekzimmer am offenen Fenster, den Blick auf den schönen Park gerichtet, und schrieb seinen Schlemihl, der dem fremden grauen Mann seinen Schatten verkauft. Geld hat er seitdem im Überfluss, aber keine Ruhe mehr: Er wird durch die Welt getrieben, ,durch frühe Schuld von der menschlichen Gesellschaft ausgeschlossen´, wie Chamisso selbst, der in Frankreich zu der von den Revolutionären verhassten Minderheit der Adeligen gehört hatte und dann im preußischen Berlin zu den gehassten Franzosen.

Für seine Leiden wurde Chamisso dann schließlich entlohnt, als Dichter gefeiert und auch als Wissenschaftler, aber erst, als wieder Ruhe eingekehrt war. Und während ich diese Zeile schreibe, zähle auch ich die Stunden und Minuten, bis dieser Krieg zu Ende geht." 

Die Chamisso-Preisträgerin Nellja Veremej, deutschsprachige Autorin mit russischen Wurzeln und Verwandten in der Ukraine, hat über ihre Zerrissenheit in diesen Tagen einen Text im Tagesspiegel veröffentlicht, hier nachzulesen: https://plus.tagesspiegel.de/fragen-an-die-innere-russin-will-ich-auch-ein-bisschen-opfer-sein-433537.html

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Pierre Schlemihl führt durch Berlin

"Anstatt die Romantik aus historischer Perspektive aufzurollen, geht Bienert von den Orten, den oft noch vorhandenen Schauplätzen aus, die Geschichte und Geschichten erzählen. So nimmt er seine Leser mit zum Goethedenkmal im Tiergarten, Symbol des Kults um den Dichter, in die Jägerstraße, wo Wilhelm und Alexander von Humboldt aufwuchsen und später, zusammen mit anderen in der Dachstube Rahel Varnhagens zu Gast waren. Er wirft auch einen Blick auf die Charité, die damals aus dem Pflegenotstand heraus Prostituierte als Krankenschwestern rekrutierte, und auf den Monbijouplatz, wo Bettine und Achim von Arnim inmitten von Rosen und Jasmin ihre heimliche Hochzeitsnacht verbrachten. Dass Bienert dazu den fiktiven Stadtführer Pierre Schlemihl einführt, wäre gar nicht nötig gewesen. Auch so folgt man dem Autor gern überallhin und könnte bei der Lektüre völlig abtauchen in das damalige Lebensgefühl, würde das Buch nicht auch die heutige Stadt in den Blick nehmen", schreibt Ulrike Wiebrecht im Tagesspiegel über das neueste Buch des Webmasters.
Hier in Gänze lesen



Samstag, 23. Oktober 2021

Magische Spiegelungen - Johann Erdmann Hummel in der Alten Nationalgalerie

Spieglein, Spieglein an der Wand: Niemand hat im frühen 19. Jahrhundert vertracktere Licht- und Schattenspiele in verspiegelten Bildräumen konstruiert als der Berliner Malerprofessor Hummel. Die Berliner Nationalgalerie feiert ihn als magischen Realisten, hundert Jahre vor dem Triumphzug der Neuen Sachlichkeit. 

Von Michael Bienert.  Als der Maler Johann Erdmann Hummel im Frühjahr 1799 nach einem siebenjährigen Studienaufenthalt in Italien in seine Heimatstadt Kassel zurückkehrte, wurde er nicht mit offenen Armen empfangen. Um sich als Hofmaler zu empfehlen, arbeitete er an einem großformatigen Bild, das die Gegend um Schloss Wilhelmshöhe als ideale Parklandschaft darstellte. Hirten, Bürger und Adelige bevölkern das Panorama, in dem eine tief stehende Nachmittagssonne die hügelige Landschaft besonders plastisch erscheinen lässt und der Herkules am Horizont im blauen Dunst verschwimmt. Doch das mit größter Raffinesse komponierte und filigran gemalte Bild mochte der Landgraf von Hessel-Kassel nicht ankaufen. Erst 1968 wurde es für die Kasseler Kunstsammlungen erworben.

Recht unauffällig hängt dieses Hauptwerk der Kasseler Zeit nun in der Alten Nationalgalerie in Berlin, die Hummel die erste große Retrospektive seit fast 100 Jahren widmet. Der Fokus liegt hier auf der Entwicklung, die Hummel nach dem Abschied von seiner Heimatstadt in Preußen genommen hat. Mit Anfang Dreißig kam er nach Berlin, ein halbes Jahrhundert lebte, arbeitete und lehrte Hummel an der Spree, ehe er 1852 hochbetagt mit 83 Jahren starb. Er war demnach ein Zeitgenosse Caspar David Friedrichs, dessen Ikonen romantischer Malerei – wie der „Mönch am Meer“ und die „Abtei am Eichwald“ – im Oberlichtsaal nebenan das Publikum fesseln. Beide Maler erregten im frühen 19. Jahrhundert maximales Aufsehen in den Kunstausstellungen, die die Berliner Akademie regelmäßig ausrichtete. Doch anders als dem Popstar Caspar David Friedrich war Hummel postum nur bescheidener Ruhm beschieden. 

Dass Hummel heute in Berlin überhaupt noch einen Namen hat, verdankt sich vor allem einem einzigen Motiv. Als Maler begleitete Hummel um 1830 den Entstehungsprozeß der riesigen Granitschale, die vor Schinkels Altem Museum im Lustgarten steht. Die 75 Tonnen schwere Riesenschüssel aus märkischem Granit galt seinerzeit als kunsthandwerklich-technologisches Weltwunder und vaterländisches Symbol. Hummel schuf mehrere Bilder, in denen der Koloss im Mittelpunkt steht. Auf seiner berühmtesten Stadtansicht spiegeln sich Spaziergänger, Lustgarten und Schloss in der auf Hochglanz polierten Oberfläche der Schale. So unverrückbar wie der Trumms auf der Museumsinsel steht, so unverzichtbar schmückt dieses Gemälde Hummels die Dauerpräsentation von Berliner Malerei des 19. Jahrhunderts in der Nationalgalerie. Ein One-Hit-Wonder, welches fast das gesamte übrige Oeuvre Hummels in den Schatten stellt. Weiterlesen auf www.text-der-stadt.de/Hummel.html

Montag, 18. Oktober 2021

Die Chamisso-Gesellschaft - bald mit Sitz in Berlin?

Das Literaturhaus Berlin
 
Am 20. November 2021 tagt die Mitgliederversammlung der Chamisso-Gesellschaft im Literaturhaus Berlin. Bisher hat die Gesellschaft ihren Sitz in Kunersdorf, nun steht eine Verlegung in die Hauptstadt zur Abstimmung. Die Leitung des Literaturhauses hat Bereitschaft signalisiert, künftig als Sitz der Gesellschaft zu fungieren. Auf der Tagungsordnung stehen auch weitere Satzungsänderungen, insbesondere eine gemeinsame Trägerschaft zur Verleihung des Chamisso-Literaturpreises Hellerau/Dresden mit dem Verein "Bildung und Gesellschaft e. V." Dresden.

Mittwoch, 29. September 2021

Romantik im Doppelpack

Geschafft! Der Webmaster des Chamisso-Forums muss nur noch darauf warten, dass Brüderchen und Schwesterchen aus der Druckerei kommen. Ende Oktober 2021 werden DAS ROMANTISCHE BERLIN und E. T. A. HOFFMANNS BERLIN im Buchhandel erhältlich sein (Verlag für Berlin-Brandenburg, 176 bzw. 184 Seiten, jeweils über 150 Abbildungen, meist in Farbe, pro Band 25 Euro). In beiden Bänden spielt Adelbert von Chamisso eine Rolle, im ROMANTISCHEN BERLIN ist er sogar von ganz zentraler Bedeutung. Denn das Buch schildert einen Siebenmeilen-Spaziergang durch Raum und Zeit mit einem Ururururenkel von Peter Schlemihl, der berühmtesten Figur des Dichter Chamisso. Pierre Schlemihl ist wie sein Vorfahr Naturwissenschaftler und hat eine starke Neigung zur Poesie. Er führt die Leser ins Berlin von Kleist, Heine, Eichendorff, Tieck, Rahel, Henriette Herz und vielen anderen Zeitgenossen...

Freitag, 3. September 2021

Lektüre der Straßen - zehn Spaziergänge ins romantische Berlin


Eine junge Generation stellte um 1800 in Berlin alle überkommenen Traditionen infrage. „Die Welt muss romantisiert werden“, lautete die Parole der radikalen Avantgarde. Die junge Großstadt wurde zum Experimentallabor für eine neue Poesie und eine Vermischung von Kunst und Leben, für entfesselte Sexualität und die Befreiung aus einer zu engen Vernunft. Fünf verschiedene literarische Spaziergänge mit dem „Berlinologen“ Michael Bienert machen die Stadtmitte auf das romantische Erbe hin lesbar.

Teilnahme kostenlos, Voranmeldung per E-Mail erforderlich: draussen@text-der-stadt.de

[1] E. T. A. HOFFMANNS NACHTLEBEN
Als schillernde Erscheinung des Berliner Nachtlebens war Hoffmann schon zu Lebzeiten legendär. Um den Gendarmenmarkt hatte der Erzähler und Komponist, aufrechte Jurist und witzige Karikaturist seinen Lebensmittelpunkt.
Termine: Fr., 27. 8. 2021, 19 Uhr / So., 3. 10. 2021, 14 Uhr
Treffpunkt: Staatsbibliothek, Unter den Linden 8, 10117 Berlin

[2] BERLINER ABENDBLÄTTER: KLEISTS BERLIN
Eine moderne Zeitung für Berlin war Heinrich von Kleists letztes großes Projekt. Nach einem furiosen Start wurde es von der preußischen Obrigkeit abgewürgt wurde, weil es allzu sehr in die Zukunft wies; danach nahm Kleist sich das Leben.
Termine: So., 5. 9. 2021, 14 Uhr / Fr., 1. 10. 2021, 19 Uhr
Treffpunkt: Zietenplatz (Mohrenstraße 64), 10117 Berlin

[3] BRIEFE AUS BERLIN: HEINRICH HEINE
In seiner Zeit als Student an der Berliner Universität fühlte sich Heine erstmals als Dichter anerkannt. Als Jude war er mit dumpfem Nationalismus und Antisemitismus konfrontiert. In seinen „Briefen aus Berlin“ zeichnete er spitzzüngig die Physiognomie der Stadt.
Termine: So., 12. 9. 2021, 14 Uhr / Fr., 22. 10. 2021, 19 Uhr
Treffpunkt: Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, Schloßplatz 7, 10178 Berlin

[4] SALONGESELLIGKEIT: HENRIETTE HERZ UND RAHEL VARNHAGEN
Jüdische Frauen eröffneten um 1800 neue Räume für die Selbstverständigung der Stadtgesellschaft über Kunst und Leben. Ihre Gäste schöpften daraus neue Impulse für Literatur, Wissenschaft und Politik.
Termine: Fr., 17. 9. 2021, 19 Uhr / So, 17. 10. 2021, 14 Uhr
Treffpunkt: Am S-Bahnhof Hackescher Markt, Henriette-Herz-Platz 4, 10178 Berlin

[5] KÖNIG DER ROMANTIK: LUDWIG TIECK
In Berlin als Handwerkersohn geboren und aufgewachsen, machte Tieck die Schriftstellerei früh zu seinem Beruf. Fantasievoll opponierte er gegen die Dominanz der Berliner Aufklärung und entdeckte die Stadt als Schauplatz des Wunderbaren und Geheimnisvollen.
Termine: Fr., 24. 9. 2021, 19 Uhr / So., 24. 10. 2021, 14 Uhr
Treffpunkt: Musikschule „Fanny Hensel“, Wallstraße 42, 10179 Berlin

Teilnahme kostenlos, Voranmeldung per E-Mail erforderlich: draussen@text-der-stadt.de                          

Donnerstag, 10. Juni 2021

Das romantische Berlin. Literarische Schauplätze

Im sechsten Band der Buchreihe Literarische Schauplätze wandert ein Stadtführer mit Siebenmeilenstiefeln durch das heutige Berlin. Er sucht nach sichtbaren Spuren der Romantik und fragt: Was hat es mit dem Kleisthaus und der Eichendorffgasse, mit dem Dorothea-Schlegel-Platz oder dem Humboldt Forum auf sich? Wo waren die Treffpunkte romantischer Netzwerke? Welche Orte inspirierten vor 200 Jahren zu verträumten oder frechen Texten über Berlin? Auf dem romantisierenden Streifzug kommen viele Stimmen zu Wort: Bettine von Arnim und Rahel Varnhagen, Goethe und Schiller, Heine und Tieck, Kleist und Eichendorff, auch Durchreisende wie Napoleon, Stendhal und Germaine de Staël - und selbstverständlich Adelbert von Chamisso!

Das neue Buch von Michael Bienert erscheint im Oktober 2021 zusammen mit der 2. Auflage von E. T. A. Hoffmanns Berlin in gleicher Ausstattung.

Michael Bienert: Das romantische Berlin. Literarische Schauplätze, ca. 200 Seiten, ca. 200 Abbildungen Hardcover mit Schutzumschlag,  Format: 21,0 x 22,5 cm,  ISBN 978-3-96982-024-7, € 25,00

Montag, 16. März 2020

Kulturarbeiter im Ausnahmezustand

Quelle: openpetition.de
Zuerst die gute Nachricht in dieser Zeit der Hiobsbotschaften: In unserem Familienbetrieb sind alle gesund, an drei häuslichen Arbeitsplätzen wird weiter an langfristigen Projekten gebastelt: an einer neuen literarischen Stadtführung, einem neuen Buch und Aufträgen unter anderem vom Humboldt-Forum, das ja irgendwann mal tatsächlich eröffnen wird - und dann gibt es auch noch die anstehende Steuererklärung und tausend Dinge, die irgendwie liegengeblieben sind.

Was uns die Corona-Pandemie und die Maßnahmen dagegen kosten, können wir noch lange nicht beziffern. Als Freiberufler tragen wir das volle unternehmerische Risiko, wenn Stadtführungen, Lesungen, Recherche- und Schreibaufträge nicht zustande kommen. Viele KollegInnen, die von der Hand in den Mund leben, sind noch härter betroffen und einige Clubs in Berlin haben bereits Insolvenz angemeldet. Sie können die Bitte um Gehör und Hilfen für Kreative mit einer Onlinepetition unterstützen:

https://www.openpetition.de/petition/online/hilfen-fuer-freiberufler-und-kuenstler-waehrend-des-corona-shutdowns-2

Wenn Sie uns direkt unterstützen wollen: Bestellen Sie unsere Bücher, mit denen man auch in Quarantäne spannende Reisen durch Berlin unternehmen kann: http://www.text-der-stadt.de/books.html

Ansonsten: Helfen Sie bitte mit, die Ausbreitung des neuen Corona-Virus zu bremsen, damit den Erkrankten geholfen werden kann. Gehen Sie sorgsam mit sich und Ihren Mitmenschen um und unterstützen Sie die, denen geholfen werden muss!

Montag, 18. März 2019

Heine et Chamisso: deux exils en regard


Prof. Dr. René-Marc Pille und Prof. Dr. Marie-Thérèse Mouray diskutieren das Thema "Heine et Chamisso: deux exils en regard". Aufgezeichnet am 13. Februar 2019.

Sonntag, 1. Juli 2018

Unter Pflegefällen. In Jens Sparschuhs neuem Roman spielt Chamisso eine Hauptrolle

Von Michael Bienert. Nie verläuft ein langes Leben in gerader Linie. Biografien beschreiben Zickzack- und Wellenlinien, wenigstens einen Bogen von Nullpunkt zu Nullpunkt. Kleinkinder und die ganz Alten sind ähnlich schwach und hilfebedürftig, sie müssen gestützt und umsorgt werden, oft auch gefüttert und gewindelt.
Täglich hat der Ex-Journalist Titus Brose die prekäre Situation der Pflegefälle vor Augen. Er arbeitet im „Alten Fährhaus“, einem Seniorenheim bei Berlin, dessen Insassen auf die Überfahrt ins Jenseits warten. Brose verdient er seinen Lebensunterhalt damit, im Auftrag einer Agentur die Lebenserinnerungen der Alten in Bücher zu verwandeln. Die paar gebundenen Exemplare sind nicht für den Buchmarkt bestimmt, sondern werden von den Angehörigen gut bezahlt.
Zu den kuriosen Bewohnern des Alten Fährhauses gehört Dr. Einhorn, der sich seit Jahrzehnten mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso befasst. Eine Merkwürdigkeit in Chamissos Lebenslauf lässt den Forscher nicht los: Immer wieder hat der Dichter Ereignisse aus seinem Leben in seinen Schriften literarisch antizipiert. Ein Schlüsselrolle darin spielte sein Freund Julius Eduard Hitzig, der auch die erste Biografie Chamissos verfasste. Einhorn ist überzeugt, dass Chamissos Leben nur zu verstehen sei, indem man es chronologisch rückwärts erzählt. Er schickt Brose ins Leipziger Stadtarchiv, um dort ein biografisches Detail aus Chamissos Leben zu ermitteln, das Einhorns Theorie der „Zeitschleifen“ bestätigen soll.
Was ihm im Alten Fährhaus begegnet, bringt den Biografieprofi Brose zusehends aus dem Konzept – und öffnet ihm einen Zugang zum Erzählen seiner eigenen Geschichte. Wie Hitzig in das Leben Chamissos, so greift Brose als Regisseur ins Leben einer Insassin des Pflegeheims ein, nachdem diese ihm einen unerfüllten Lebenswunsch offenbart hat. Der Erzähler Jens Sparschuh entlässt seine Leser somit nicht ungetröstet aus dem bedrückenden Altersheimszenario seines jüngsten Romans. Seinem Helden Titus Brose verhelfen die Pflegefälle zu einem Wechsel der Perspektive auf das eigene Leben, und darin liegt auch die stille Kraft dieses unaufgeregt erzählten Romans.

Jens Sparschuh: Das Leben kostet viel Zeit. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2018, 384 Seiten, 20 Euro.

Montag, 25. Dezember 2017

Das Französische Gymnasium in Berlin

Die Ansicht des Französischen Gymnasiums an der Niederlagstraße (rechts)
stammt aus der Postkartensammlung des Fachbereichs Berlin-Studien
der Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Adelbert von Chamisso
besuchte die Schule zwischen 1796 und 1798.

Montag, 13. November 2017

Schattenlos - Schlemihl in Köpenick

Noch keine Opernkritik, aber ein Hinweis in einem Bezirksblättchen auf Schlemihl als Opernfigur: https://www.berliner-zeitung.de/berlin/oper-in-koepenick---stell-dir-ma-vor--klingender-horror--n-janzen-ahmt-lang--28831912

Worum gehts? Um eine "Kammeroper von Margarete Huber & Steffen Thiemann, die den Horror unserer von Gier zerfressenen Gegenwart mit neuen Tönen zum Klingen bringt. Der Verlust ist nicht zu übersehen. Peter Schlemihl hat keinen Schatten. Dieser ist ihm nicht verloren gegangen, sondern er hat ihn veräußert an den Grauen Mann. Der Preis dafür, war kein geringer. Ein Sack Geld, dessen Vorrat unerschöpflich ist. Peter Schlemihl ist ein wohlhabender, und somit angesehener Mann geworden, dessen Reichtum die Unannehmlichkeiten eines schattenlosen Daseins mehr als aufwiegt. Der einstige Makel ist in einer Gesellschaft der Schattenlosen längst zum Erkennungszeichen der Wohlhabenden geworden. Aber alles Glück der Welt währt nicht ewig. Peter Schlemihls Schatten ist zurückgekehrt, überzeugt davon, seinem ehemaligem Herrn ein Tauschgeschäft zu unterbreiten, welches dessen Not, als ein Schattenloser zu leben, endlich lindern könnte. Doch Peter Schlemihl zeigt sich wenig begeistert. Sein eigener Schatten ist ihm merkwürdig fremd und ungeheuer. Die 200 Jahre alte Novelle von Adelbert von Chamisso Peter Schlemihls wundersame Geschichte wird neu erzählt. Peter Schlemihl ist auf seiner Reise in der Gegenwart angekommen, in der nichts einen Wert hat, was sich nicht verkaufen lässt. Der Verlust des eigenen Schattens ist dabei nur ein Geschäft von vielen. Die Träume der Romantiker sind in der menschlichen Wertschöpfungskette längst ein billiges Label für den schönen Schein." (Soweit die Vorankündigung).

Weitere Infos und Aufführungstermine: http://schlossplatztheater.de/schattenlos/