Nach acht Jahren Pause vergibt die Sächsische Akademie der Künste wieder Chamisso-Poetikdozenturen. Den Auftakt macht nach Angaben der Akademie
in Dresden der seit 1985 in Deutschland lebende polnische Schriftsteller Artur Becker ("Drang nach Osten") mit drei Vorlesungen im Herbst. Das Projekt, das mit anderen Partnern begründet worden und bereits 2005 bis 2011 gelaufen war, wird nun in Zusammenarbeit mit dem Dresdner Verein Bildung und Gesellschaft weitergeführt. (Quelle: dpa)
Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert.
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Dienstag, 16. Juni 2020
Samstag, 25. Mai 2019
Der Chamisso-Preis bleibt politisch
Es sei wichtig, dass der Chamisso-Preis in Hellerau bei Dresden vergeben werde, weil das Thema Migration dort so polemisch und verkürzt behandelt werde. Eine solche Geste des Respekts und der Aufmerksamkeit über die engen Stadtgrenzen hinaus sei auch für die Stadt wichtig, sagt der Literaturwissenschaftler Walter Schmitz anlässlich der Verleihung des Chamisso-Preises an Maria Cecilia Barbetta. Den Beitrag auf SWR 3 hören Sie hier.
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Donnerstag, 25. Februar 2016
Chamisso-Preisträger Abbas Khider in der Akademie der Künste
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| Abbas Khider am 24. 2. 2016 in der Akademie der Künste |
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Dienstag, 18. Oktober 2011
Heimatkunde im Jüdischen Museum
Die Künstlerin Maria Therezia Alves hat Bodenproben an bedeutenden historischen Orten in Berlin - wie dem ehemaligen Regierungsviertel an der Wilhelmstraße - genommen und Pflanzen aus den schlummernden Samen gezogen.
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Montag, 11. Oktober 2010
Zum Beispiel: Steinmetzstraße
Im Norden des Berliner Stadtteils Schöneberg, nicht weit von Potsdamer Straße und Kleist-Park, wo bis 1898 der Botanische Garten und mittendrin Chamissos Wohn-und Arbeitsstätte war, organisiert Hamad Nasser seit vier Jahren den Nachbarschaftstreff Steinmetzstraße. Das funktioniert so, dass zweimal in der Woche Nachbarn für Nachbarn kochen, meistens arabisch und türkisch, das hängt von der Beteiligung der unterschiedlichen Kulturen im Kiez ab. Dann gibt es Deutschkurse für Mütter, donnerstags ist Frauenfrühstück und Freitag abends Vätergruppe. Ich lernte Hamad Nasser am deutschen Nationalfeiertag bei der Vorstellung meiner Chamisso-Biografie im Oton-Theater kennen, organisiert von der Charme-Offensive Potsdamer Straße. Kein schlechtes Datum für die Begegnung von deutscher Literatur und integrativer Kiezkultur, fand ich. In der Steinmetzstraße heißt Integration nicht, die mitgebrachte kulturelle Identität aufzugeben oder nur noch zuhause im Wohnzimmer zu pflegen oder einzutauschen gegen Beethoven und Schwarzbrot. Herr Nasser organisiert Arabischkurse für Erwachsene und für Kinder, verbunden mit Musik und Bewegung, und berät auch die Neumark-Schule, wo 98% der Kinder aus Migrantenfamilien kommen. Neben Englisch werden dort seit einigen Jahren auch Sprachkurse in Türkisch und Arabisch angeboten. Und so lernen manche Eltern erst von ihren Kindern, ihre eigene Kultur wieder öffentlich und selbstbewusst zu pflegen, indem sie sich nicht nur gutes Deutsch, sondern z.B. gutes Arabisch oder Türkisch beibringen.Wer mehr lesen möchte:
http://www.fr-online.de/kultur/-wollte-doch-nur-ein-freier-deutscher-sein-/-/1472786/3259814/-/index.html
http://www.pfh-berlin.de/
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Kleist rockt, Chamisso bloggt
Nachdem sich die Gründung der weltweit ersten Chamisso-Gesellschaft - ausgerechnet in dem brandenburgischen Provinznest Kunersdorf - allmählich herumgesprochen hatte, wunderten sich manche, wieso es sie eigentlich noch nicht gab. Ja warum? Wie es aussieht, ist der gebürtige Franzose Adelbert von Chamisso nach zweihundert Jahren immernoch unterwegs zwischen Frankreich und Deutschland, ewiger Emigrant und Außenseiter der deutschen Literatur. Während die Frankfurter an der Oder ihrem berühmtesten Sohn Heinrich von Kleist schon 1969 ein respektables Literaturmuseum spendierten und im Kleist-Jahr 2011 in der Kleist-Stadt Kleist-Festspiele stattfinden werden, hat Chamisso keine Gedenkstätte, kein Archiv, nicht mal mehr ein vorzeigbares Geburts-oder Wohnhaus, obwohl der langhaarige Star der Berliner Literaturszene mit "Peter Schlemihls wundersamer Geschichte" 1814 quasi über Nacht weltbekannt und ein heimlicher Klassiker geworden war. Seit 1985 gibt es immerhin den Chamisso-Preis der Robert-Bosch-Stiftung, was einigermaßen einleuchtet, weil er für Schriftsteller eingerichtet wurde, die deutsch schreiben, obwohl sie oder ihre Eltern und Großeltern in einer anderen Sprache aufgewachsen sind. Praktischerweise werden ihre Bücher oft als Chamisso-Literatur bezeichnet, also auf gut deutsch: Emigrantenliteratur. Man kann sich darüber streiten, ob damit schon wieder eine Art Ausgrenzung verbunden ist, als gebe es neben der deutschen Nationalliteratur á la Goethe, Kleist oder Grass noch eine zweite, deutschsprachige Literatur. Für 15 Millionen Migranten in Deutschland ist der Wechsel zwischen Sprachen und Kulturen längst Alltagsgewohnheit. Aber ein vereintes Europa der Sprachen und Kulturen ist noch Vision, und wir sollten weniger auf administrative und politische Wege "von oben" hoffen und lieber eigene suchen. Den weltreisenden, naturforschenden, polyglotten Chamisso kann man überall entdecken, vor der eigenen Haustür, hier im blog, in der Chamisso-Gesellschaft oder in Kunersdorf.
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