Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert.
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Montag, 18. Mai 2020

Hippies, Prinzen, Kaiserschmarrn, Röschti und mehr ... Klaus Hübners gesammelte Werke

Klaus Hübner war und ist Chamisso auf besondere Weise verbunden: Von 2003 bis 2017 betreute er den Adelbert-von-Chamisso-Preis bei der Robert-Bosch-Stiftung, danach arbeitete er für das Internationalen Forschungszentrum Chamisso (IFC) am Institut für Deutsch als Fremdsprache der Universität München. Der stilsicherer Germanist, fleißige Literaturkritiker und neugierige Publizist lässt seine Aufsätze aus den vergangenen zwanzig Jahren nun in einer Buchreihe erscheinen. Lassen wir ihn selbst zu Wort kommen:

Sonntag, 17. November 2019

Grenzgängergeschichten zwischen Deutschland und Ungarn

Liebe Mitglieder der Chamisso-Gesellschaft, wir freuen uns sehr, dass soeben in unserer Reihe der Chamisso-Studien der dritte Band erschienen ist:

Eszter Pabis
Migration erzählen
Studien zur „Chamisso-Literatur“ deutsch-ungarischer Autorinnen der Gegenwart
Chamisso-Studien, Bd.3 2020, 257 Seiten, gebunden
ISBN 987-3-8471-1064-4

Das Buch ist seit wenigen Tagen für 40 € im Buchhandel erhältlich, z.B. im Webshop von Vandenhoeck & Ruprecht (www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com). Die vorgelegten kultur- und erzähltheoretischen Analysen – u.a. zu den Werken der Chamisso-Preisträgerinnen Terézia Mora, Zsuzsa Bánk, Ilma Rakusa und Zsuzsanna Gahse – machen Korrelationen zwischen migrationsbedingten Erfahrungen und ästhetischen Praktiken sichtbar. Sie gewähren nicht nur einen Einblick in die Verflechtung privater und kollektiver Zugehörigkeiten, sondern auch in Veränderungen der Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft. Die Beiträge verbinden die Debatte um den postmigrantischen Diskurs mit dem Phänomen der »Osterweiterung« der deutschsprachigen Literatur und sollen dazu dienen, durch die neue Verhältnisbestimmung von Migration, Erinnerung und Literatur die wegweisende Relevanz der Ästhetik für eine kritische Erforschung postmigrantischer Gesellschaften aufzuzeigen.

Dr. habil. Eszter Pabis studierte Germanistik und Anglistik in Debrecen, Ungarn, und arbeitete anschließend als Oberassistentin und Lehr- stuhlleiterin an der Universität Debrecen. Von 2017 bis 2019 war sie Humboldt-Fellow an der Universität Bielefeld.

(Mitteilung von Dr. Jutta Weber)

Dienstag, 27. Februar 2018

"Das Dampfroß" in der F. A. Z.

"Dieses Gedicht nimmt geradezu Einsteins Relativitätstheorie vorweg. Das lyrische Ich verwandelt sich in einen rasenden Ritter, der Raum und Zeit verkrümmt", schreibt Gerhard Stadelmaier in der F. A. Z.: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/frankfurter-anthologie/frankfurter-anthologie-das-dampfross-von-chamisso-15464498.html

Montag, 11. August 2014

Mythos Weltreise im Sommerloch

Viel Substantielles über Chamissos Reise um die Welt steht nicht in Barbara Schaefers Artikel über den Mythos Weltreise aus der STUTTGARTER ZEITUNG, aber immerhin ist das Sommerloch im Feuilleton gestopft. Lesen

Sonntag, 16. Dezember 2012

Der Verleger Georg Andreas Reimer

Die Erstausgabe der Kinder- und Hausmärchen der Brüder
Grimm von 1812 ist noch bis 5. Januar 2013 in der Berliner
Staatsbibliothek ausgestellt.
Weihnachten sollte das Buch fertig sein. Das hatte der Berliner Verleger hoch und heilig versprochen. Aber Anfang Dezember waren noch immer nicht alle Bogen gedruckt. Texte fehlten, an eine Auslieferung des Buches rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft war nicht mehr zu denken. Telefon oder E-Mails gab es nicht, zwischen Berlin und Kassel brauchten Postsendungen einige Tage. Also entschloss sich Georg Andreas Reimer, das Buch ohne Zutun seiner hessischen Herausgeber zu Ende zu drucken und die letzten Korrekturen selber zu lesen. Wenigstens einige Bücher sollten an Weihnachten bei Freunden und Bekannten auf dem Gabentisch liegen, versprochen war versprochen! Wie die Adventsgeschichte um den Erstdruck der Grimmschen Märchen vor 200 Jahren weitergeht, lesen Sie im Tagesspiegel von heute.

Ich habe außerdem ein Capital von 300 Rtl. Honorar der
4ten Auflage meiner Gedichte bei der Weidmannischen
Buchhandlung in Leipzig ausstehen worüber zur Zeit
noch kein Document vorhanden.
5. Februar 1838. AvChamisso
Eintrag in Chamissos Geschäftsbuch,
Staatsbibliothek zu Berlin
NL Chamisso, Kasten 34, Nr. 5, S. 31.
Foto: Staatsbibliothek PK

Georg Andreas Reimer (1776-1842) war der wichtigste Verleger der Berliner Romantik, bei ihm erschienen Novalis, Kleist, Tieck, E. T. A. Hoffmann, die Philosophen Fichte und Schleiermacher - und auch Chamisso gehört in diese Reihe, obwohl das auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist. Seine Gedichte (1831) und Chamissos Werke (ab 1836) erschienen in der Weidmannschen Buchhandlung in Leipzig, die Reimer 1822 übernommen hatte. Seit 1830 waren sein Sohn Karl und der Schwiegersohn Salomon Hirzel Teilhaber der Weidmannschen Buchhandlung, der alte Reimer zog aber im Hintergrund weiter die Fäden.
Reimer hatte 1815 auch beim Verkauf des Verlags von Chamissos Freund Eduard Julius Hitzig die Hände im Spiel. Er erwarb ihn für seinen Angestellten und Verwandten Ferdinand Dümmler.
Für Durchblick in den Verlagsbeziehungen der Berliner Romantik sorgt inbesondere die Dissertation von Doris Reimer, Passion und Kalkül. Der Verleger Georg Andreas Reimer, Berlin und New York 1999.

Mittwoch, 29. August 2012

Grenzgänger gesucht!

Wer sich literarisch in den Fußstapfen Chamissos bewegen will, kann auf Unterstützung hoffen: Das Förderprogramm „Grenzgänger“, das die Robert Bosch Stiftung gemeinsam mit dem Literarischen Colloquium Berlin durchführt, wird zum 31. Oktober 2012 erneut ausgeschrieben. Wer Mittel-, Ost- und Südosteuropa oder Nordafrika entdecken will, eine deutschsprachige Veröffentlichung plant und auf Recherchereise aufbrechen möchte, kann sich um Förderung bewerben. Gesucht werden Autoren, die Informationen aus erster Hand sammeln, authentische Orte besuchen wollen und einen eigenen Blick wagen. Die Veröffentlichungen sollen ein breites Publikum erreichen können, zu Diskussionen anregen und zu mehr Verständnis für die Länder Mittel-, Ost-, Südosteuropas und Nordafrikas beitragen. Willkommen sind literarische und essayistische Prosa, Fototextbände, Kinder- und Jugendbücher, aber auch Drehbücher für Dokumentar- und Spielfilme sowie Hörfunkbeiträge. Mehr Informationen

Freitag, 8. Oktober 2010

Zeitung lesen wie vor 200 Jahren

Mit den Berliner Abendblättern, dem ersten täglich erscheinenden Boulevardblatt der preußischen Hauptstadt, war Heinrich von Kleist seiner Zeit weit voraus - und scheiterte nach einem halben Jahr am Widerstand der Behörden, die einen unabhängigen und kritischen Journalismus fürchteten. Am 1. Oktober 1810 kam die erste Nummer heraus, gut ein Jahr später schoss sich Kleist eine Kugel in den Kopf. Jetzt kann man die Abendblätter wieder abonnieren, umsonst werden sie täglich von der Uni Würzburg per E-Mail zugestellt. Bestellen kann man die Zeitung hier. - Zwischen Kleist und Chamisso gibt es übrigens auch eine topografische Verbindung: 1911 wurde der Kleistpark in Schöneberg zum 100. Todestag von Kleist eingeweiht. Dort befand sich zuvor der Botanische Garten, in dem Chamisso als Kustos gearbeitet hat. Vielleicht wäre das anstehende Kleist-Jahr eine Gelegenheit, auch an die Geschichte des Kleistparks und an Chamisso zu erinnern?