Dieses Forum dient dem Austausch über Projekte, die sich mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso (1781-1838) beschäftigen. Wenn Sie Chamisso-Projekte vorstellen möchten, Unterstützung suchen oder Veranstaltungen ankündigen wollen, können Sie das auch als nicht registrierter Nutzer tun: Schicken Sie bitte eine Mail mit Ihren Informationen und Fragen an den Webmaster Michael Bienert. Das Forum ist ein Projekt von Text der Stadt.

Sonntag, 17. November 2019

Grenzgängergeschichten zwischen Deutschland und Ungarn

Liebe Mitglieder der Chamisso-Gesellschaft, wir freuen uns sehr, dass soeben in unserer Reihe der Chamisso-Studien der dritte Band erschienen ist:

Eszter Pabis
Migration erzählen
Studien zur „Chamisso-Literatur“ deutsch-ungarischer Autorinnen der Gegenwart
Chamisso-Studien, Bd.3 2020, 257 Seiten, gebunden
ISBN 987-3-8471-1064-4

Das Buch ist seit wenigen Tagen für 40 € im Buchhandel erhältlich, z.B. im Webshop von Vandenhoeck & Ruprecht (www.vandenhoeck-ruprecht-verlage.com). Die vorgelegten kultur- und erzähltheoretischen Analysen – u.a. zu den Werken der Chamisso-Preisträgerinnen Terézia Mora, Zsuzsa Bánk, Ilma Rakusa und Zsuzsanna Gahse – machen Korrelationen zwischen migrationsbedingten Erfahrungen und ästhetischen Praktiken sichtbar. Sie gewähren nicht nur einen Einblick in die Verflechtung privater und kollektiver Zugehörigkeiten, sondern auch in Veränderungen der Erinnerungskultur in der Migrationsgesellschaft. Die Beiträge verbinden die Debatte um den postmigrantischen Diskurs mit dem Phänomen der »Osterweiterung« der deutschsprachigen Literatur und sollen dazu dienen, durch die neue Verhältnisbestimmung von Migration, Erinnerung und Literatur die wegweisende Relevanz der Ästhetik für eine kritische Erforschung postmigrantischer Gesellschaften aufzuzeigen.

Dr. habil. Eszter Pabis studierte Germanistik und Anglistik in Debrecen, Ungarn, und arbeitete anschließend als Oberassistentin und Lehr- stuhlleiterin an der Universität Debrecen. Von 2017 bis 2019 war sie Humboldt-Fellow an der Universität Bielefeld.

(Mitteilung von Dr. Jutta Weber)

Dienstag, 22. Oktober 2019

Erstes Chamisso-Stipendium vergeben

Der syrische Dichter Hussein Bin Hamza erhält ein neugeschaffenes Stipendium, das den Namen Chamissos trägt, berichtet die Süddeutsche Zeitung: https://www.sueddeutsche.de/kultur/literatur-chamisso-stipendium-fuer-hussein-bin-hamza-1.4647828

Schirmherr des mit 10.000 Euro dotierten Publikationsstipendiums ist die Friedrich-Baur-Stiftung. Ziel ist die Veröffentlichung eines Werkes von einem Autor nichtdeutscher Sprache in deutscher Übersetzung. Das unterscheidet diesen Preis vom früheren Chamisso-Preis, der deutsch schreibende Autoren nichtdeutscher Herkunft förderte.

Der Dichter, Kritiker und Journalist Hussein Bin Hamza wurde 1963 im syrischen Al-Hasaka geboren. 1995 zog er nach Beirut und arbeitete für verschiedene Zeitungen wie »An-Nahar«, »As-Safir« und »Al-Akhbar« als Redakteur und Kritiker. Er leitete den Verlag des Instituts für irakische Studien, wo er die Veröffentlichung von etwa fünfzig Büchern über Politik und Soziologie betreute, gründete 2014 die wöchentlich erscheinende Literaturbeilage »Kalimat« und war dort bis 2016 Redaktionsleiter.
Sein erster Gedichtband »Ein Mann, der in Sonntagskleidung schläft« erschien in der ersten Auflage 1997 und in einer zweiten 2018. Sein zweiter Gedichtband trägt den Titel »Minderjährige Gedichte« (2019). Seine lyrischen Texte wurden in mehrere Sprachen übersetzt, darunter Französisch, Englisch und Deutsch, und erschienen in mehreren Anthologien auf Arabisch, Französisch und Deutsch. Außerdem verfasste er eine Vielzahl von kritischen Artikeln über Lyrik, Prosa, Theater und Kunst sowie Porträts von mehr als vierzig arabischen Schriftstellern. Nach seiner Flucht nach Deutschland begann er in Prosagedichten die schwierige Lage vieler Geflüchteter hierzulande zu verarbeiten und Fluchterfahrung als Konstante im Empfindungsspektrum eines Menschen zu beschreiben. Seine Gedichte erschienen auf verschiedenen europäischen Lyrik-Websites sowie in der Zeitschrift »Banipal«. (Quelle: https://www.literaturfestival.com/autoren/autoren-2019/hussein-bin-hamza)

Personalsorgen des Chamisso-Museums

Fördermittel für ein Kulturprojekt zu erhalten, ist oft leichter, als es dauerhaft zu sichern. Auch das Chamisso-Museum in Kunersdorf steht vor diesem Problem. Darüber berichtet die Märlische Oderzeitung: https://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1760229/

Sonntag, 2. Juni 2019

Exil und Kreativität

Eine Sendung des Deutschlandfunks über Chamisso und andere Autoren, die von der Trennung von ihrem Herkunftsland profitierten. Das Manuskript ist auch als PDF verfügbar:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/exil-und-kreativitaet-ueber-das-schreiben-in-der-fremde.974.de.html?dram:article_id=450287

Samstag, 25. Mai 2019

Der Chamisso-Preis bleibt politisch

Es sei wichtig, dass der Chamisso-Preis in Hellerau bei Dresden vergeben werde, weil das Thema Migration dort so polemisch und verkürzt behandelt werde. Eine solche Geste des Respekts und der Aufmerksamkeit über die engen Stadtgrenzen hinaus sei auch für die Stadt wichtig, sagt der Literaturwissenschaftler Walter Schmitz anlässlich der Verleihung des Chamisso-Preises an Maria Cecilia Barbetta. Den Beitrag auf SWR 3 hören Sie hier.

Montag, 15. April 2019

Mittwoch, 3. April 2019

María Cecilia Barbetta ist die erste Preisträgerin des neuen Chamisso-Preises

María Cecilia Barbetta bei einer Lesung, 2018
Foto: Wikipedia/Amrei-Marie
Zwei Jahre, nachdem die Robert-Bosch-Stiftung den renommierten Adelbert-von-Chamisso-Preis sang- und klanglos beerdigt hat, gibt es eine neue Literaturauszeichnung, die nach Chamisso benannt ist: Der mit 15 000 Euro dotierte Chamisso-Preis/Hellerau wird von Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Dresden gestiftet. Erste Preisträgerin ist die Argentinierin María Cecilia Barbetta. Sie hatte 2009 bereits den (ebenfalls eingestellten) Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis der Bosch-Stiftung erhalten. Die Jury des neuen Preises lobte den Roman Nachtleuchten der in Berlin lebenden Schriftstellerin als außergewöhnlich anschaulich und einfallsreich; er war 2018 für den Deutschen  Buchpreis nominiert. Der Chamisso-Preis/Hellerau soll herausragende Beiträge zur Gegenwartsliteratur von Autoren würdigen, die aus einem persönlichen Sprach- oder Kulturwechsels heraus neue literarische Antworten auf den Wandel der globalisierten Welt geben.

Montag, 18. März 2019

Heine et Chamisso: deux exils en regard


Prof. Dr. René-Marc Pille und Prof. Dr. Marie-Thérèse Mouray diskutieren das Thema "Heine et Chamisso: deux exils en regard". Aufgezeichnet am 13. Februar 2019.

Sonntag, 10. Februar 2019

Vorab ein Blick ins Chamisso-Museum

Laut Märkischer Oderzeitung ist eine Eröffnung des Chamisso-Museums in Kunersdorf im April 2019 geplant, jedenfalls wurde das den Mitgliedern des Fördervereins in Aussicht gestellt: https://www.moz.de/landkreise/maerkisch-oderland/bad-freienwalde/artikel1/dg/0/1/1708630/

Dienstag, 11. Dezember 2018

Schlemihl unter Studentinnen in Ägypten

So also sieht es also in der Deutschabteilung für Frauen an der Al-Azhar Universität - der Männer- und Frauencampus sind getrennt - aus. Zweieinhalb Stunden lang hat dort Lobna Fouad ihre Schlemihl-Übersetzung vorgestellt. "Mittlerweile ist Schlemihl in Ägypten populär geworden", schreibt sie. Die Fotos zeigen sie mit einer Urkunde mit dem Titel des Werks auf Arabisch und Prof. Abdullah Abu Hasha und Prof. Sayed Hamam, dem Leiter und Betreuer des Studentinnencampus...

Sonntag, 2. Dezember 2018

Schlemihl im Sender Nile Culture

Eine halbstündige Fernsehsendung mit der Übersetzerin Lobna Fouad über Peter Schlemihl - auf Arabisch! Mit Auszügen aus Ulrike Ottingers Film "Chamissos Schatten".

Donnerstag, 29. November 2018

Schlemihl im arabischen Rundfunk

Lobna Fouad im Studio
Gestern hat die Übersetzerin Lobna Fouad im Radio eine halbe Stunde über Schlemihl und Chamisso gesprochen. Das Programm heisst "Stimme der Araber" und richtet sich an alle arabischen Länder.

Mittwoch, 21. November 2018

Schlemihl in Kairo

Am 22. November um 18 Uhr findet in Kairo im Nationalzentrum für Uebersetzung eine Buchvorstellung zu Peter Schlemihls wundersamer Geschichte statt, die Lobna Fouad ins Arabische übertragen hat.
Sprecher sind:
1. Prof. Amani Kamal, Vorsitzende der Deutschen Abteilung der Sprachenfakultaet der Ain Shams Uni
2. Prof. Assem Alammary, Dozent an derselben Abteilung und Übersetzer
3. Prof. Abdel Hamid Marzuk, Prof. an derselben Abteilung und Übersetzer.
Großer Auftritt für Peter Schlemihl in der arabischen Welt! Das Chamisso-Forum gratuliert vor allem der Übersetzerin Lobna Fouad, die ohne Auftrag anfing, das Werk zu übersetzen - einfach weil es an der Zeit war.

Lobna Fouad während der Veranstaltung
am 22. 11. 2018. Das Foto im Hintergrund zeigt sie
mit dem Schlemihl-Manuskript in der
Berliner Staatsbibliothek.


Montag, 24. September 2018

1200 Euro für das geplante Chamisso-Museum in Kunersdorf ersungen

Ein Benefizkonzert lockte am 22. September rund 70 Gäste in die Kunersdorfer Kirche, ein Besucher war eigens von der Insel Sylt angereist. Der Freienwalder Chor Cantus Gaudia mit dem Songpoeten Torsten Riemann lud zu einer musikalischen Reise ein. Diese führte durch alle Genres der menschlichen Gefühle, sorgte für Nachdenklichkeit, Heiterkeit mit seinen emotional, provozierenden, tröstenden und berührenden Liedern. Das eineinhalbstündige Programm mit bekannten Titeln, z. B. „Über sieben Brücken musst du gehen“, oder „Sagte mal ein großer Dichter“, oder „Wozu sind Kriege da“, verzauberte das Publikum und regte zum Mitsingen an. Eine besondere Überraschung bot Arman Pirkeh, der aus dem Iran stammt und mit seinen Eltern in Bad Freienwalde lebt, mit dem Solotitel „Halleluja“ – Well l`ve heard there was a secret chord. That David played and it pleased the Lord … von Songwrither Leonard Cohen. Das Publikum war ergriffen … Mit Freude teilte der Vorsitzende, Stefan Rohlfs, mit, dass der Verein mit dem Eintritt eines Abiturienten des Brecht-Gymnasiums Bad Freienwalde und mit einem Mitstreiter von der Insel Sylt nunmehr 50 Mitglieder hat. Gedankt wurde der ältesten Mitstreiterin, der 96jährigen Else Kühne für ihr jahrelanges Engagement. Allen Spendern und Mitwirkenden, die uns so großartig unterstützten, sei auf diesem Weg nochmals herzlich gedankt. Wir freuen uns alle auf die gemeinsame Eröffnung des Chamisso-Museums im Frühjahr 2019.
Quelle: Förderverein Kunersdorfer-Musenhof e. V. Chamisso-Literaturhaus im Kunersdorfer Musenhof OT / Kunersdorf Dorfstraße 1 / 16269 Bliesdorf / Fon: 03 34 56 / 15 12 27 / www. kunersdorfer-musenhof.de

Dienstag, 4. September 2018

Spendensammlung für Chamisso-Museum erfolgreich!

Der Förderverein Kunersdorfer-Musenhof e. V. teilt mit: "Unsere Spendenaktion auf der Startnext-Plattform wurde am 31. 08. 2018 erfolgreich beendet. Nach sehr spannenden acht Wochen – nach warten, hoffen, bangen und großer Freude, konnten wir das erste Projektziel mit einer Spendensumme von 31.835 Euro erreichen. Zusätzlich sind zahlreiche Spenden auf dem Konto des Vereins eingetroffen. So erhielten wir verblüffend viele Unterstützungen aus fast allen Bundesländern, sogar aus Norwegen und England. Auch die Vereine „Die Möhre“ in Reichenow und der „Museumsverein Altranft“ haben einen Beitrag geleistet. Allen, die an uns glaubten, allen großen und kleinen Spendern, allen, die unseren Aufruf geteilt haben, sei auf diesem Wege sehr herzlich gedankt. Der Vorstand bedankt sich auch herzlich bei allen Akteuren, die zu diesem Projekt mit Ideen und Taten aktiv beitrugen. Ein besonderer Dank geht an die Filmemacher Saeed Pirkeh und seine Frau Fariba, an Hannelore und Peter Pflughaupt, an Sandra Knopke und Saskia Klemm, die Findling Verlegerinnen.

Montag, 2. Juli 2018

Crowdfunding-Kampagne für ein Chamisso-Museum in Kunersdorf

Der Förderverein Kunersdorfer Museumshof hat eine Crowdfunding-
Kampagne für ein Chamisso-Museum gestartet, mit einem Video:
https://www.startnext.com/cham

Sonntag, 1. Juli 2018

Unter Pflegefällen. In Jens Sparschuhs neuem Roman spielt Chamisso eine Hauptrolle

Von Michael Bienert. Nie verläuft ein langes Leben in gerader Linie. Biografien beschreiben Zickzack- und Wellenlinien, wenigstens einen Bogen von Nullpunkt zu Nullpunkt. Kleinkinder und die ganz Alten sind ähnlich schwach und hilfebedürftig, sie müssen gestützt und umsorgt werden, oft auch gefüttert und gewindelt.
Täglich hat der Ex-Journalist Titus Brose die prekäre Situation der Pflegefälle vor Augen. Er arbeitet im „Alten Fährhaus“, einem Seniorenheim bei Berlin, dessen Insassen auf die Überfahrt ins Jenseits warten. Brose verdient er seinen Lebensunterhalt damit, im Auftrag einer Agentur die Lebenserinnerungen der Alten in Bücher zu verwandeln. Die paar gebundenen Exemplare sind nicht für den Buchmarkt bestimmt, sondern werden von den Angehörigen gut bezahlt.
Zu den kuriosen Bewohnern des Alten Fährhauses gehört Dr. Einhorn, der sich seit Jahrzehnten mit dem Dichter und Naturforscher Adelbert von Chamisso befasst. Eine Merkwürdigkeit in Chamissos Lebenslauf lässt den Forscher nicht los: Immer wieder hat der Dichter Ereignisse aus seinem Leben in seinen Schriften literarisch antizipiert. Ein Schlüsselrolle darin spielte sein Freund Julius Eduard Hitzig, der auch die erste Biografie Chamissos verfasste. Einhorn ist überzeugt, dass Chamissos Leben nur zu verstehen sei, indem man es chronologisch rückwärts erzählt. Er schickt Brose ins Leipziger Stadtarchiv, um dort ein biografisches Detail aus Chamissos Leben zu ermitteln, das Einhorns Theorie der „Zeitschleifen“ bestätigen soll.
Was ihm im Alten Fährhaus begegnet, bringt den Biografieprofi Brose zusehends aus dem Konzept – und öffnet ihm einen Zugang zum Erzählen seiner eigenen Geschichte. Wie Hitzig in das Leben Chamissos, so greift Brose als Regisseur ins Leben einer Insassin des Pflegeheims ein, nachdem diese ihm einen unerfüllten Lebenswunsch offenbart hat. Der Erzähler Jens Sparschuh entlässt seine Leser somit nicht ungetröstet aus dem bedrückenden Altersheimszenario seines jüngsten Romans. Seinem Helden Titus Brose verhelfen die Pflegefälle zu einem Wechsel der Perspektive auf das eigene Leben, und darin liegt auch die stille Kraft dieses unaufgeregt erzählten Romans.

Jens Sparschuh: Das Leben kostet viel Zeit. Roman. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2018, 384 Seiten, 20 Euro.

Chamisso auf der Bühne

Im Pfarrhof zu Schambach probt ein illustrer Kreis um Gerhilde Winbeck ein besonderes Stück: "Adelbert von Chamisso - der lange Weg zu einem geglückten Dasein" heißt es. Am Freitag, 20. Juli, wird es uraufgeführt: https://www.donaukurier.de/lokales/riedenburg/Von-Suchen-und-Finden-und-Glueck;art602,3829331